Peters Glaslexikon -
vom Laien für den Laien erklärt

 

A  

Absorption

Ist der Anteil des Lichtes, der beim Durchgang vom Glas „verschluckt“ wird. Eingefärbte Gläser absorbieren mehr Licht als normales helles Glas.

Acrylglas

„Kunststoffglas“ auf Acrylbasis, vergilbt leicht und ist kratzempfindlich. Siehe auch Plexiglas.

Antikglas

Bezeichnung für ein nach traditioneller Herstellungsweise produziertes Glas. Mit der Glasmacherpfeife wird ein Glaszylinder geblasen, der aufgeschnitten und zu einer Scheibe gestreckt wird. Dieses Glas hat unterschiedliche Dicken, Formate und Größen mit unterschiedlicher Blasenbildung im Glas (eingelagerte Luft). Jede hergestellte Scheibe ist ein Unikat. Wird heute hauptsächlich für dekorative Bleiverglasungen und die Restaurierungen von alten Verglasungen (z.B. Kirchenfenster) benutzt.

Antireflexglas

Durch eine aufgebrachte Beschichtung (Entspiegelung) wird die Reflexion auf weniger als 1 % herabgesetzt. Verwendung z.B. für Bilderverglasungen, Brillengläser usw.

Ätzen

Die Glasoberfläche wird durch eine Lösung mit Flusssäure angegriffen und aufgeraut – es entsteht eine matte Oberfläche.

Ausdehnungskoeffizient

z.B. 9 x 10 –6/K Eine Glasscheibe mit 1 m Länge dehnt sich danach bei einer Erwärmung um 50 °C um etwa 0,45 mm aus.

Der Ausdehnungskoeffizient ist auch abhängig von der verwendeten Glassorte.

B

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Beinglas

Siehe Milchglas

Blasmaschine

Zur maschinellen Herstellung von Hohlglas. Ein durch die Maschine abgeschnittener Glaspfropfen wird durch eine maschinelle Blasvorrichtung in eine Hohlform geblasen.

Bleiglas

Bei den als Bleiglas bezeichneten Glassorten ersetzt man das Kalziumoxid durch Bleioxid. Der Bleianteil bei Bleiglas muss mindestens 18 Prozent betragen. Bleiglas ist auch in dickwandigen Gefäßen klar und lässt sich gut schleifen. Es zeichnet sich durch einen hohen Brechungsgrad, Farblosigkeit, Glanz und einen schönen Klang aus. Siehe auch Bleikristall.

Bleikristall

Glas mit einem Anteil von Bleioxid von mindestens 24 % Siehe auch Bleiglas.

Bleiverglasung

Einfassung von Glasscheiben mit verlöteten Bleiprofilen, z.B. Kirchenfenster und Glasmalereien.

Bodenschere

Zwei Holzbrettchen, die durch ein Gelenk verbunden sind und für das Glätten von Kelchböden verwendet werden.

Borosilicatglas

Glas, in dem Borsäure enthalten ist. Dadurch wird das Glas besonders fest und wird weitgehend unempfindlich gegen Chemikalien und Temperaturschwankungen.

Siehe auch Laborglas.

Braunstein

Manganoxid, das zur Entfärbung der Glasmasse zugesetzt wird. Wird auch als „Glasmacherseife“ bezeichnet.

Siehe auch Entfärbungsmittel.

C

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D

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E

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Einscheibensicherheitsglas

Durch eine zusätzliche Wärmebehandlung mit schnellen Abkühlen - genannt Vorspannen - entstehen Spannungen zwischen dem Glasinneren und der Glasoberfläche. Bei Bruch entstehen keine gefährlichen Splitter und Scherben mehr, sondern das Glas „zerbröckelt“ in kleine und weitgehend ungefährliche Krümel. Nach dem Vorspannen ist eine Bearbeitung nicht mehr möglich.

Emaillemalerei

Erhabene Malerei aus feinst gemahlenen Silikaten auf Glas. Die Masse wird eingebrannt und verschmilzt so mit der Glasoberfläche. Siehe auch Hochemaille.

Entfärbungsmittel

Siehe auch Braunstein.

Erweichungstemperatur

Unterschiedliche Glassorten haben verschiedene Erweichungspunkte (Beginn der Verformbarkeit ohne sofort zu brechen). Für die meisten Glassorten liegt dieser bei etwa 600 °C, bei der Temperatur, bei der die Flussmittel zu schmelzen beginnen.

F

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Facette

Schräger Schliff an der Glaskante - Facettenschliff

Farbglas

Farbige Gläser entstehen bei geringen Zusätzen von Metalloxiden. Zum Beispiel bei Eisenoxiden (Flaschenglas), Kobaltoxid (blaues Kobaltglas), Kupferoxid (blaugrün, bei Reduktionsmittelzusatz Rotfärbung, Kupferrubinglas), Natriumselenit (rot bis orange), Chromoxid oder Kaliumbichromat (grün bis gelb), Uransalzen (gelbgrün), Goldchlorid (Rubinglas, durch Gold rubinrot gefärbt), Mangandioxid (violett).

Feuerpolitur

Dabei wird die Oberfläche des Glases nochmals aufgewärmt („verwärmt“). Vorher raue Oberflächenstrukturen werden glatt verschmolzen und Kanten abgerundet.

vgl. dazu auch Säurepolitur

Flachglas

Sammelbegriff für alle Gläser in „Scheibenform“ – Unterschied zu „ Hohlglas“

Floutglas

Der Engländer E. Pilkington hat 1959 ein neues Verfahren für die Flachglasherstellung entwickelt - das Floutglasverfahren. Dabei wird das geschmolzene Glas über ein Becken mit flüssigem Zinn geleitet. Das Zinnbad hat eine exakt ebene Oberfläche. Das Glas schwimmt auf dem flüssigen Zinn und wird dort allmählich von 1000 °C bis auf 600 °C abgekühlt und läuft anschließend durch einen Kühlofen.

Flussmittel

Zugabe zur Glasschmelze, die den Schmelzpunkt der einzelnen Bestandteile senkt. Siehe auch Soda, Pottasche, aber auch Glasscherben

Flusssäure

Wässrige Lösung von Fluorwasserstoff. Sie riecht stechend und ist stark giftig. Fluorwasserstoff und Flusssäure dringen in die Haut ohne größere sichtbare Schäden ein, in den tiefen Schichten entstehen aber schwere Verätzungen an Gewebe und Knochen. Flusssäure löst Glas auf und darf deshalb nicht in Glasgefäßen, sondern nur in Behältern aus speziellen Kunststoffen wie Polyethylen oder Polypropylen aufbewahrt werden.
Auch Metalle - mit Ausnahme von Blei, Silber, Gold und Platin - werden von Flusssäure aufgelöst:  

Formblasen

Einblasen des „Glaspostens“ unter drehen in eine ein- oder mehrteilige Form, meist aus Holz, Metall, aber auch Schamotte oder Graphit.

Formgebung

Man unterscheidet hauptsächlich in Gläser, die gepresst, gewalzt, geblasen, gedüst oder gesponnen oder werden.

Fusing

Technik, bei der verschiedene Glasteile bei Temperaturen um etwa 800 °C miteinander verschmolzen werden.

G

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Gemenge

Bezeichnung für die zusammengemischten Rohstoffe des Glases in Pulverform. Siehe auch Rezeptur

Glas

„Glas ist ein nicht kristalliner, anorganischer Schmelzwerkstoff. Der Zustand von Glas ist der einer unterkühlten Flüssigkeit, die ohne zu kristallisieren erstarrt ist“.

So lautet die offizielle Definition für Glas. Hauptbestandteile von Glas sind Quarzsand, Kalk und Soda, alles natürliche Rohstoffe. Durch Veränderung der Zusammensetzung der Bestandteile erhält man je nach Verwendungszweck Gläser mit besonderen Eigenschaften, wie beispielsweise Gläser mit geringer Wärmeausdehnung, mit besonders starken oder schwachen Lichtbrechungseigenschaften sowie mit verschiedenen Farben und Oberflächenhärten. Glas hat zwar verhältnismäßig gute Zug- und Druckeigenschaften, ist aber im Gegensatz zu anderen Baustoffen sehr spröde. Glas kann plötzliche Spannungsspitzen nicht durch Nachgeben abbauen. Es kommt somit zu einem plötzlichem Bruch.

Glasapparatebauer

Lampenglasbläser, der technische Apparaturen aus Glasröhren (auch Stangen) formt und zusammensetzt. Siehe auch Lampenglas.

Glaskeramik

Wenn ein aus Lithium-, Aluminium- und Siliziumoxid hergestelltes Glas einem bestimmten Temperaturverlauf (siehe auch Tempern) ausgesetzt ist, erfolgt ein Kristallisierung (was sonst beim Glas nicht der Fall ist). Das Glas ist nun kein Glas mehr sondern erhält keramische (= Glaskeramik) Eigenschaften mit einer äußerst geringen Wärmeausdehnung.

So werden z.B. Kochplatten (bekannt als Ceranfelder) hergestellt oder auch große Spiegel für Teleskope.

Glasmacherwerkzeuge

Pfeife

Anfangeisen

Hefteisen

Auftreibeisen

Wulgerholz

Zwackeisen

Bodenschere

Marbelplatte

Plätteisen

Zirkel

Pinzette

Schere

Glasmacherpfeife

Hohles Eisenrohr mit etwa 1 ½ m Länge, eine Seite mit Mundstück, die gegenüberliegend Seite mit Erweiterung zur Aufnahme der Glasmasse (Glasposten).

Glasmalerei

Bei der traditionellen Glasmalerei werden die Farben mit dem Pinsel aufgetragen. Die Farben bestehen aus gemahlenem Farbglas, das mit einem Bindemittel streichfähig gemacht wurde. Diese Farbe schmilzt bei niedrigerer Temperatur als das bemalte Glasteil. Die Glasfarben schmelzen auf und werden unlösbar mit der Oberfläche verbunden.

Vgl. auch Schwarzlot und Emaille.

Glasscherben

Wird im Recycling als Rohstoff der neuen Glasmasse zugesetzt, dient unter anderem auch zur Schmelzpunktsenkung.

Glasschneider

Werkzeug zum Zuschneiden von Glas. Der Begriff ist eigentlich falsch, das Glas wird nicht geschnitten sondern nur an der Oberfläche geritzt und dann gebrochen. Früher war der Glasschneider mit einem Diamanten besetzt, heute werden Stahlrädchen benutzt. Siehe auch Schneidöl.

Goldrubin

Dazu wird Gold in Königswasser aufgelöst und ergibt das feinste und teuerste Glasfärbemittel. Siehe auch Rubinglas.

Grünstich

Grünliche Färbung des Glases durch Verunreinigung der Rohstoffe mit Eisenoxid. Siehe auch Waldglas.

H

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Hafen

Behälter aus Schamotte, in dem die Glasmasse geschmolzen wurde. Heute erfolgt in der industriellen Glasherstellung die Glasschmelze in der „ Wanne“, einem gemauerten Steinbecken.

Hinterglasbild, malerei

 

Hochemaille

Emaille (nach dem altfränkischen Begriff „Smalt“ = Schmelz und dem entsprechenden französisch Begriff „émail“) ist ein aufgeschmolzener glasiger Schutzüberzug aus Silikaten z.B. auf Metall oder Keramik zur Herstellung von z.B. Kochgeschirr oder Schmuck aber auch für Reaktorgefäße in der chemischen Industrie. Durch Zugabe von Mineralien wie z.B. Kalk entsteht eine pastose Masse, aus der auch dreidimensionale Verzierungen von Glasoberflächen hergestellt werden können, meist florale Motive.

Hohlglas

Wird in verschiedenen Verfahren durch Pressen, Blasen, Saugen oder Kombinationen aus diesen Verfahren hergestellt. Hochwertige Gegenstände werden auch durch Schleudern der flüssigen Glasmasse in einer Form hergestellt. Der Vorteil beim Schleudern ist eine gleichmäßige Wandstärke.

Sieh auch Flachglas.

Hüttenarbeit, Hüttentechnik

Sammelbegriff für alle Herstellungs- und Dekorationsverfahren, die noch am Ofen am warmen Werkstück vorgenommen werden. Siehe dazu auch Kalttechniken.

I

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Irisieren

Regenbogenfarben auf der Glasoberfläche – kann absichtlich durch eine spezielle Beschichtung herbeigeführt werden oder durch eine chemische Zersetzung der Glasoberfläche entstehen.

Isolierglas

Verglasungseinheit aus zwei oder mehreren Glasscheiben, die durch luft- oder gasgefüllte Zwischenräume voneinander getrennt sind. Durch Metallbedampfung einer oder mehrerer Scheiben kann der Wärmedurchgang (k-Wert) stark herabgesetzt werden.

J

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Jenaer Glas

Ein von Otto Schott, dem Mitbegründer des Jenaer Glaswerkes im Jahr 1893 entwickeltes „ Borosilikatglas“ mit hoher Beständigkeit gegen Temperaturwechsel. Wurde später als „feuerfestes“ Glas ein Begriff im Haushalt.

K

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Kalttechniken

Sammelbegriff für alle Veredelungstechniken, die am abgekühlten Glas vorgenommen werden . vgl. dazu Hüttentechnik.

Kathedralglas

Bezeichnung für ein Glas mit einer Oberfläche, die wie gehämmert aussieht.

Kobaltglas

Durch Kobaltoxid intensiv blau gefärbtes Glas. Siehe auch Farbglas.

Kölbel

Ein mit der Glasmacherpfeife dem Ofen entnommenes Glasstück (Glasposten), das bereits leicht aufgeblasen ist.

konkav

„nach innen gewölbt“ (Vertiefung) siehe auch Hohlspiegel

konvex

„nach aussen gewölbt“ (Erhebung) siehe auch Wölbspiegel

Kristallglas

Klares Qualitätsglas mit mindestens 10 % Anteil von Bleioxid.

Siehe aus Bleiglas, Bleikristall.

Kühlofen

Auch Temperofen genannt. Um die Spannungen im Glas abzubauen muss die Temperatur ganz langsam abgebaut werden. Dazu wird das Glas meist in einem sogenannten Tunnelofen über ein Fließband langsam durch mehrere Temperaturbereiche bis zur vollständigen Abkühlung bewegt.

Kuppa

Der schalenförmige Teil eines henkellosen Gefässes (bestehend aus Kuppa (Schale), Nodus (Knauf) und Pes (Fuß).

L

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Laborglas

Glas mit besonderer chemischer Beständigkeit, insbesondere aber mit starker Beständigkeit gegen hohe Temperaturen und schnelle Temperaturwechsel – siehe auch Borosilikatglas.

Läuterung

Unter Läuterung versteht man das Entfernen von Luft- und Gasblasen aus der fertig geschmolzenem Glasmasse. Die im Glas enthaltenen kleinen Gasblasen, die zu langsam aufsteigen würden, werden durch eingeblasene große Luftblasen mitgerissen.
Dies kann aber auch durch Zugabe von Läutermitteln wie Schwefel oder wie früher durch Arsen geschehen.

Lampenglas

„Vor der Lampe“ (Bunsenbrenner, Gasflamme, früher Kerosinbrenner und Öllampe) aus Glasstäben oder Glasröhren hergestellte (mundgeblasene oder mit der Hand geformte) Glasgegenstände wie z.B. Glastiere, Glasperlen, Christbaumkugeln, aber auch Ziergläser usw.
Siehe auch Glasapparatebauer.

M

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Mattglas, Mattierung

Die Oberfläche wird durch Sandstrahlen (sandmatt) oder durch Säurebehandlung (säurematt) aufgeraut und damit undurchsichtig.

Milchglas

Milchig weiß getrübtes Glas.

Milchüberfangglas

Farbloses Glas mit einem aufgeschmolzenen Überzug (Überfang) aus Milchglas.

Mundgeblasenes Glas

Ein mittels der Glasmacherpfeife hergestelltes Glas im Gegensatz zur maschinellen Herstellung – siehe Blasmaschine.

N

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Noppen, Nuppen

Aufgesetzte (aufgeschmolzene) Glasauflage, meist mit Spitze.

Nullglas

Brillenglas ohne lichtbrechende Wirkung.

O zurück

Obsidian

Obsidian – auch Vulkanglas genannt - entsteht bei rascher Abkühlung von Lava mit einen hohen Kieselsäuregehalt und sehr wenig Wasseranteil. Vor Erfindung der Metallspiegel wurden in Ägypten polierte Platten von Obsidian als Spiegel benutzt.

Ofenreise

Bezeichnung für die Lebensdauer eines Schmelzofens

Opakes Glas

Undurchsichtiges, weißes oder auch farbiges Glas.

Opalglas

Undurchsichtiges (opakes) Glas, das durch die Beimengung von Flourverbindungen Schlieren und damit ein edelsteinähnliches (Opal) Aussehen erhält.

Optisches Glas

Ein sehr reines und farbloses Glas mit einer hohen Lichtdurchlässigkeit, das hauptsächlich für Linsen (Ferngläser, Objektive, Brillengläser usw.) und Prismen verwendet wird. Es gibt mehr als 2000 verschiedene Sorten optischen Glases für alle Anwendungsgebiete.

Ornamentglas

Gussglas, das mittels Prägewalzen ein Dekor erhalten hat.

P

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Panzerglas

Eine frühere allgemeine Bezeichnung für eine „angriffshemmende“ Verglasung

Pocher

Maschine zur groben Zerkleinerung von Quarzbrocken, die dann weiter zu Quarzsand und Quarzmehl verarbeitet (gemahlen) wurden

Pottasche

Flussmittel für die Absenkung der Schmelztemperatur bei Glas. Früher erfolgte die Herstellung aus Holz. Bei der Verbrennung von Holz entsteht eine Asche, die zahlreiche Salze wie Phosphate, Sulfate, Chloride, Silicate und vor allem aber bis zu 24 % Kaliumcarbonat enthält. Mit Wasser werden die löslichen Salze herausgelöst und in einem eisernen Kessel (= „Pott“, daher der Name) eingedampft. So erhält man ein unreines Kaliumcarbonat, das noch mit den anderen Salzen stark verunreinigt ist. Heute wird das Kaliumcarbonat aus Kalilauge hergestellt. Vor der industriellen Herstellung seit dem 19. Jahrhundert wurde etwa die gleiche Menge Holz die für die Glasschmelze notwendig war, auch für die Herstellung von Pottasche gebraucht.

Plexiglas

Markennahme für ein Acrylglas. Das Plexiglas wird auf Kunststoffbasis hergestellt und ist deshalb im eigentlichen Sinne kein Glas.

Q

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Quarz

Siliziumdioxid. Natürliches Gesteinsvorkommen, jedoch meist mit anderen Mineralien oder Metalloxiden verunreinigt.

Quarzglas

Für spezielle Anwendungen in der Chemie, in der Optik und Elektrotechnik werden spezielle Gläser aus Bergkristall hergestellt. Der Schmelzpunkt des Bergkristall liegt über
1700 °C.

R

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Recyclingglas

Je nach Verwendungszweck liegt in Deutschland der Anteil der Verwendung an Altglas bei der Glasproduktion zwischen 30 und 95 %. Durch die Zugabe der Glasscherben schmilzt der Quarzsand schneller und es wird weniger Energie verbraucht.

Auch bedeutet das Glasrecycling eine enorme Einsparung von Rohstoffen.

Rezeptur

Das älteste bekannte Glasrezept stammt von dem assyrischen Herrscher Assurbanipal (668 bis 626 v.Chr.). Auf einer von etwa 20000 Tontafeln ist auch ein „Glasrezept“ in Keilschrift verewigt: „Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche und 5 Teile Kalk und du erhältst Glas“

Die Anzahl der Glasrezepte ist heute so groß wie die Zahl der Anwendungsgebiete für Glas.

Rauschmelze

Das ist der erste Prozess der Glasschmelze, bei dem die Rohstoffe (siehe Gemenge) flüssig werden und die Masse erstmals durchsichtig wird.

Rohling

Glas, das für die Weiterbearbeitung bestimmt ist.

Rohrglas

Wird durch Ziehen der Glasmasse durch eine runde „Schablone“ hergestellt, Durch Einblasen von Luft während des Ziehvorganges kann das noch weiche Glasrohr nicht zusammenfallen.

Rubinglas

Durch Zugabe von Gold rot gefärbtes Glas, siehe auch Goldrubin.

S

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Soda

Natriumcarbonat (kohlensaures Natrium) senkt den Schmelzpunkt bei der Glasschmelze – siehe auch Flußmittel

satiniert

Abgeleitet von dem glänzenden Stoffgewebe „Satin“ bezeichnet dieser Ausdruck beim Glas eine durch Sandstrahlen oder Ätzen entstandene samtartige Oberflächenstruktur, die sich sehr angenehm anfühlt.

Sicherheitsglas

Siehe Einscheibensicherheitsglas und Verbundglas.

Spezifisches Gewicht

Das spezifische Gewicht von Glas beträgt je nach Glassorte etwa 2,5 g/cm³, das heißt, dass eine Glasplatte mit 1 mm Dicke und 1 m² Fläche etwa 2,5 kg wiegt. 1 m³ Glas wiegt somit 2500 kg.

Bleikristall ist entsprechend schwerer und wiegt etwa 2,9 g/cm³. (Zum Vergleich: Wasser = 1 g/cm³)

Schaumglas

Glas wird mit Kohlendioxid aufgeschäumt. Dadurch entsteht eine Zellstruktur, das Gas verbleibt in der Masse. Dadurch entsteht ein leichtes und wasserbeständiges Material, das für Isolierungen verwendet werden kann.

Schmelze

Die Glasschmelze besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Phasen:

1. die Rauschmelze mit dem Erschmelzen des Gemenges und die Homogenisierung,

2. die Läuterung, in der die Gase aus der Schmelze entfernt werden.

3. das sogenannte „Abstehen“, hier wird die Glasmasse auf die für die weiteren Verarbeitungsschritte (Gießen, Blasen, Pressen usw.) jeweils erforderliche Temperatur abgekühlt.

Schmelzpunkt

Glas hat wegen der unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung keinen einheitlichen oder festen Schmelzpunkt wie z.B. Metalle oder Eis. Es geht nach dem Erweichungspunkt von etwa 600 !C (hier schmelzen die zugesetzten Flussmittel) ab einem Temperaturbereich von etwa 1000 °C langsam von einem zähflüssigen in einen dünnflüssigen Zustand über.

Die Schmelze der Rohstoffe im Ofen findet je nach hergestellter Glassorte im Bereich von etwa 1200 °C bis etwa 1700 °C statt.

Schnittkante

Rohe, unbearbeitete Kante nach dem Schneiden des Glases.

Schwarzlot

Als Schwarzlot bezeichnet man ein gefärbtes Bleiglas, das sich leicht aufschmelzen lässt und bereits seit dem Mittelalter als schwarze Farbe in der Glasmalerei verwendet wird. - Schwarzlotmalerei

Strohglas

Bezeichnung für ein sehr dünnwandiges Glas auf einem („stroh“-) dünnem Stiel.

Studioglas

Anfertigung von Kunstglas in „Studios“, also Arbeiten in kleinen Werkstätten (z.B. Ein-Mann-Betrieb).

T

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Trübungsmittel

Metalloxide, die das Glas trübe werden lassen, wie z.B. Zinndioxid, Calciumphosphat, Zirkonoxid oder Flourid – siehe auch Opalglas

U

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Überfanglas

Glasobjekt, das aus zwei oder mehreren übereinander verschmolzenen Glasschichten besteht.

Uranglas

Uranoxidhaltiges, gelbliches oder grünliches Glas, das unter UV-Licht grün flouresziert.

V

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Verbundglas

Sammelbegriff für eine aus mehreren Glasschichten zusammengesetzte Glasscheibe, die Verbindung erfolgt je nach Verwendungszeck durch Folien oder Klebstoffe.

Verbundsicherheitsglas

Hier erfolgt die Verbindung der Glasschichten durch zähe und hochreißfeste Folien. Bei Bruch bleiben Scherben und Splitter an der Folie haften.

W

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Waldglas

Glas aus Waldglashütten war früher durch Verunreinigungen leicht grünlich oder bräunlich gefärbt und wurde daher „ Waldglas“ genannt.

Wasserglas

Wasserglas ist ein wasserlösliches Glas. Es gibt verschiedene Sorten. Das bekannteste ist das sogenannte Natronwasserglas, mit dem früher auch Eier konserviert wurden. Die leichte ölige, wasserhelle und geruchlose Flüssigkeit erstarrt bei der Berührung mit Luft allmählich zu einer glasigen Masse.

Weißglas

Glas mit besonders niedrigem Eisenanteil für optische Zwecke, siehe auch optisches Glas, Grünstich.

Wulgerholz

Holzform mit Stiel und je einer halbkugelförmigen Vertiefung an Ober- und Unterseite. Damit wird das Kölbel vorgeformt.

Siehe auch Glasmacherwerkzeug.

X

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